Erfahrungsbericht von Katharina, Klientin

 

Erste Schritte

Schamanische Sitzungen sind oft geheimnisvoll, weil wir nicht gewohnt sind, uns in den Lebensbereichen zu bewegen, die über das Alltags-bewusstsein hinausgehen. Heute möchte die Verbindung zu Sitzungen bei Karin Wehrhahn von einer anderen Seite her angehen, möchte nicht beschreiben, was sich in einer solchen Sitzung alles ereignen kann, sondern vielmehr, was sie bewirken können.

 Wir sind gestern von den Skiferien im Unterengadin zurückgekehrt, wo vor allem Skifahren, familiäres Zusammensein und Geniessen die Tage prägten. Ich hatte zwar einige Bücher mitgenommen zu Schamanismus, Reisen, Romane, war aber zu beschäftigt mit Skifahren, mit dem in der Natur sein und die Berge bestaunen, als dass ich Lust gehabt hätte, mich zurückzuziehen und mich inneren Welten auszusetzen. Dazu kam, dass die Olympischen Spiele in Sochi die Aufmerksamkeit auf uns gezogen hatten.

 Ich dachte wenig an die Arbeit, lebte mehr oder weniger gesund und ausser der Grundsorge um das Wohlergehen der Menschen in der heutigen Zeit, ereignete sich nichts Spektakuläres bei mir. 

 Es gab Momente, in denen ich an die künftige Reise nach Peru dachte, auch an das Feuerritual, wovon Karin Wehrhahn mir erzählt hatte, das sie regelmässig durchführt, um uns die Möglichkeit zu geben,  alte Verletzungen zu wandeln und Entwicklungsblockaden zu lösen. Oft sehne ich mich danach, Altes, nicht mehr Zeitgemässes loszulassen, vor allem alte Verletzungen, aber oft bin ich im Alltäglichen gefangen und vermag nicht, Vertrauen und Hoffnung mehr zu schätzen als das, worunter ich leide. Und da hilft es, all das Belastende dem Feuer zu übergeben. Ich bin dankbar, dass es Menschen gibt, die mir auf meinem Weg des Loslassens helfen, die beitragen, dass ich immer gesünder werde.

  Auch an eines meiner Krafttiere habe ich hin und wieder gedacht, an meinen Feuerdrachen, der mich seit zwei Jahren begleitet. Ich habe dankbar an die Energie gedacht, die mir immer wieder zukommt, viel Energie, um all das bewältigen zu können, was mich im Alltag herausfordert. Nichts hat sich aufgedrängt in dieser Zeit. Schon etwas wehmütig habe ich an meine beiden Steine gedacht, die mich in meinem Alltag begleiten und stärken. Ich hatte sie zu Hause vergessen. Aber auch das war nicht so schlimm.

So vergingen die zwei Wochen.

 Nachdem wir gestern ausgepackt und uns wieder im Zuhause eingefunden hatten, war mir wichtig, vor dem ins Bett gehen noch meine Steine zu suchen. Der eine lag auf dem Büchergestell, wo ich ihn hingelegt hatte, der andere fand sich in den Jeans, die ich vor den Ferien getragen hatte.

  Der eine Stein, der kleinere, ist ein Geschenk von Karin Wehrhahn. Bei der ersten Sitzung durfte ich ihn unter vielen auswählen und ich entschied mich für einen kleinen, dunklen, ovalen Stein. Oben fehlt ein kleines Stück. Durch den Einfluss des Wassers gibt es aber keine scharfen Kanten mehr. Das Besondere an diesem Stein sind die zwei weissen Ovale. Das obere, gezeichnet von einer ganz zarten Linie wirkt wie ein Hut, der dem Stein aufgesetzt wurde. Die dicke, weisse Linie hebt das in seinem Inneren liegende grosse Herz ab. Für mich ist er ein Herzensstein.

  Er begleitet mich fast täglich bei meiner Arbeit und hilft mir, die schwere Energie abfliessen zu lassen. Dreimal tief in den Stein atmen, so riet es mir Karin Wehrhahn und es gehört zu einem der Rituale, die in meinem Alltag Eingang gefunden haben.

  Der zweite Stein ist etwas grösser. Ich habe ihn gefunden, als ich in Oman war. Ein Kalkstein, der von den Felsen ins seichte Wasser gefallen war. Der rötlich-weisse Stein sieht aus wie ein Berg mit einer abgerundeten Spitze und Berggraten, etwas ausgehöhlt auf der unteren Seite. Er passt wunderbar in die Handfläche und ist trotz seiner Unförmigkeit wohlgeformt. Dieser Stein fordert mich nicht heraus. Er gehört zu mir und tut mir einfach gut.

  Ich ging zu Bett und legte den „Bergstein“ zu meiner Linken und den „Herzstein“ hielt ich in meiner rechten Hand. Einmal wachte ich auf und merkte, dass ich den Stein immer noch fest hielt, was ungewöhnlich ist, denn üblicherweise liegt er am Morgen auf der Matratze.

 Irgendwann träumte ich.

  Ich begegnete einem mir unbekannten Mann. So wie ich es von einer schamanischen Sitzung bei Karin Wehrhahn kenne, musste ich mit einem Auge in das eine Auge des Mannes schauen. Es war äusserst intensiv und zum Teil war es unangenehm und zum Teil zogen Bilder an mir vorbei, die ich einfach zur Kenntnis nehmen konnte. Gleichzeitig war aber auch die Erfahrung mit Karin Wehrhahn da, wie ich ihr damals ins Auge schaute und was sie dazu gesagt hatte. Und dies stärkte mein Vertrauen in die neue Situation.  

 Als ich erwachte, war ich etwas aufgeregt. Ich war erstaunt über die Verbundenheit, die ich mit allem fühlte.

 Was ist geschehen? Während meiner Ferien habe ich mich nicht aktiv um mein Weiterkommen bemüht, sondern habe einfach nur Raum geschaffen für das Leben im Hier und Jetzt. Nicht so bewusst. Es ist einfach so gekommen. Wieder zu Hause angekommen, haben sich die Kräfte in mir gebündelt, indem ich die Energie meiner Steine aufgenommen habe. Was sich dann im Traum abgespielt hat, könnte sich auch in einer schamanischen Sitzung ereignen.

 Februar 2014, Katharina